Sonntag, 27. April 2014

Roter Mond von Benjamin Percy

Allgemeines:
Titel: Roter Mond
Autor/-in: Benjamin Percy
Form: Hardcover (638 Seiten)
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-7645-3123-2

Klappentext:

Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren. Der junge Patrick Gamble hat sich noch nie von der Masse abgehoben, bis zu dem Tag als er ein Flugzeug besteigt und es Stunden später wieder verlässt - als einziger Überlebender eines Terroranschlags, als gefeierter Held. Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat. 
Bis heute wurde die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, in der die letzte Schlacht um Freiheit und Menschlichkeit beginnt ...

Gestaltung:
An sich hat das Buch keine besondere Gestaltung. Einzig das Cover ist hier zu bewerten. Der rote Mond ist schon ein ziemlicher Blickfang, vor allem durch die verschiedenen Schichten und den vollkommen schwarzen Hintergrund. Dadurch hebt er sich noch mehr ab. Passend zur Geschichte ist er meiner Meinung nach auf jeden Fall und letzendlich wird auch aufgeklärt, in welchem Zusammenhang der Mond eine Bedeutung hat.

Meinung:
Als ich die E-Mail vom Verlag erhielt, bin ich schon ziemlich neugierig auf das Buch geworden. Es klang sehr interessant und ich konnte mir eine gewisse Richtung denken, in die das Buch gehen könnte. Damit behielt ich auch recht und war danach umso gespannter, wie mir dieses Buch wohl gefallen würde. Ich muss gestehen, dass ich leider zu Beginn wirkliche Probleme hatte. Der Anfang war etwas verwirrend, der Schreibstil gewöhnungsbedürftig. Ich bin nicht so ganz rein gekommen, vor allem da das Buch mehrere Protagonisten hat und mit jedem Kapitel die Geschichte eines anderen Charakters erzählt wurde. Das hat mich leider immer etwas rausgebracht. Denn auch die Spannung hat dadurch immer etwas nachgelassen. Nach einer gewissen Zeit fing es dann an, dass die Personen nicht nur mit dem Kapitel wechselten, sondern direkt im Kapitel. Die Abstände diesbezüglich wurden immer kürzer und je weiter ich kam, desto genervter war ich schließlich von dem Buch. Das hat mir leider wirklich die Lust am Lesen genommen, wodurch ich auch sehr unmotiviert war, weiter zu lesen. Aber ich muss sagen, dass mit dem Aufeinandertreffen bestimmter Charaktere die Geschichte für mich eine neue Würze bekam. Als Claire und Patrick sich zum Beispiel kennen lernten, kam für mich eine neue Spannung hinein. Danach ging für mich ziemlich vieles ziemlich schnell und ich war wieder mehr an der Geschichte interessiert. Was mir besonders gut gefallen hat, war vor allem die Darstellung des Problems durch die Politik. Denn das ganze Denken war so festgefahren, dass man eigentlich mit logischem Verstand nicht mehr weiterkam. So empfand ich es zum Beispiel. Ich mochte Chase Williams, aber ich konnte die Sichtweise der Politik nicht verstehen. Aber dieser Machtkampf, diese Revolution die in diesem Buch hervorsticht war einfach total interessant und durch die Sicht des Politikers Chase Williams wurde mein Interesse noch mehr geweckt. Denn wir haben hier vorangehend drei Personen. Patrick ist ein relativ normaler Junge, Claire ein infiziertes Mädchen, dass aber eigentlich nur in Frieden wie jeder andere Mensch leben will. Und Chase, der Politiker, der Boss, der letzendlich das hasst was er selber wird. Wir haben also die Sicht von zwei Normalos und einem Fadenzieher. Man lernt die verschiedenen Sichtweisen kennen, sowohl die "Gesunden" als auch die Infizierten. Zwei Seiten, die man so eigentlich gar nicht unterteilen kann. Denn es gibt immer unterschiede in den eigenen Reihen, eine Person möchte in Frieden gelassen werden, eine möchte in den Kampf ziehen. Meiner Meinung nach hätte diese ganze Geschichte gar nicht so richtig funktioniert, wenn man nicht die oberste politische Schicht mit drinnen gehabt hätte. Denn dadurch hatte man ein Gefühl dafür, wo die Sache eventuell hinverlaufen könnte. Was mir auch sehr gut gefiel, war diese durchdachte Historie. Die biologische Erklärungsweise und die Geschichte der Infizierten fand ich klasse durchdacht. Mir persönlich haben allerdings die letzten Kapitel am besten gefallen. Allein schon der Ort wo diese gespielt haben und die vorangegangene Katastrophe hatten mich voll in ihrem Bann. Die Atmosphäre war einfach richtig klasse und ich konnte es zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen. Faszinierend, wie gut diese Geschichte durchdacht war und wie sie für mich letzendlich funktioniert hat. Zu Beginn war meine Begeisterung leider noch gemäßigt, aber nach und nach wurde es immer besser. Das lag vor allem auch an den Charakteren. Denn ich mochte Claire, die eigentlich das typische Normalomädchen ist, Patrick, der erst einmal in eine Art "neues" Leben hineinschlüpfen muss. Chase war mir ehrlich gesagt auch ziemlich sympathisch, obwohl er ein sehr spezieller Typ war. Und dann gab es noch ein paar Nebencharaktere, die mir sehr gut gefallen haben. Da war zum einen Miriam, die Tante von Claire, die man kennen lernt. Und obwohl sie sehr distanziert und kämpferisch rüber kam, mochte ich sie doch sehr. Vor allem die Verbindung zwischen ihr und Claire hat mir wirklich gut gefallen und ging mir auch sehr nahe. Miriam ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe ständig mit ihr mitgefiebert und mitgefühlt. Dann gab es da noch einen Forscher, Neal, der von den Politikern die nötigen Mittel erhält, um nach einem Impfstoff zu forschen. Sein Schicksal und auch das seiner Tochter gingen mir doch sehr nahe, denn er wirkte auf mich wie ein herzensguter Mensch. Die Charaktere waren meiner Meinung nach super ausgearbeitet, jeder hatte seine Geschichte. Keiner war überflüssig. Und meine Gefühle haben sie alle irgendwie beeinflusst. Egal ob durch Wut, Trauer oder Mitleid. Wobei letzteres wohl überwog. Alles in allem ist diese Geschichte umfangreich und komplex, aber es unbedingt wert, gelesen zu werden.

Charaktere:

Claire: Ein junges Mädchen, ungefähr im Alter von 16 - 17 Jahren. Sie verliert direkt zu Beginn sehr viel und muss sich alleine rumschlagen. Dabei passieren so allerlei Dinge. Claire war mir sehr sympathisch, sie hat direkt eine Art Wandlung im Buch durch gemacht. Das bemerkt sie auch selber. Sie war sich ihrer Sache eigentlich immer ziemlich sicher und wirkte sehr selbstbewusst. Dennoch musste sie sich an die neue Situation erst einmal gewöhnen. Und manchmal hat man einen Funken Unsicherheit in ihrer Art gemerkt. Natürlich konnte sie auch nicht immer nur nett und freundlich sein. Sie war mir sympathisch, ja. Aber wenn man ganz alleine in einer fremden Gegend unterwegs ist, wird man nun mal misstrauisch. Claire war nicht zimperlich und mit der Zeit hat sie immer mehr dazu gelernt. Sie hatte ihr Ziel stets vor Augen und wusste, was sie tun muss, um dahin zu kommen. Mir gefiel sie sehr gut, sie hatte eine eigene sympathische Art und war nicht so ein Durchschnittsmädchen. Sie hat sich vor Gefahren nicht gescheut und konnte sich auch alleine durchschlagen. Und ich mag nun einmal unabhängige Menschen.

Patrick: Ein junger Mann, ungefähr in Claires Alter. Er war ein wenig in sich gekehrter. Ich meine, nach dem er das Trauma mit dem Flugzeug einigermaßen überwunden hatte, war das eigentlich klar. Denn alle kannten ihn und sein Gesicht und alle wusste, was er erlebt hat. Doch Patrick hat sich davon nicht unterkriegen lassen und letzendlich, nach dem er ein paar Abenteuer erlebt hat, ist er immer willensstärker und selbstbewusster geworden. Und er hat das was er tun wollte, in die Tat umgesetzt und nicht einfach nur davon geredet. Patrick ist immer mutiger geworden und hat viel erlebt. Dabei war er mir immer sehr sympathisch. Denn er war nett, freundlich und hilfsbereit und wollte ein Held sein. Vor allem die Verbindung zwischen ihm und seinem Vater hat mir sehr gut gefallen und mich doch sehr mitfühlen lassen.

Chase: Ein Politiker, der nicht leicht zu durchschauen war. Denn Chase war irgendwie so ein untypischer Kerl. Zumindest für einen Politiker. Er hat sich gerne mit Frauen rumgetrieben und wohl auch gerne mal getrunken. Ersteres wurde ihm dann jedoch zum Verhängnis und er wurde zu dem, was er selber bekämpft. Und das war nicht einfach für ihn. Er war viel auf die Hilfe anderer angewiesen und hat sehr viel verheimlichen müssen. Aber das hat ihn irgendwie weniger gestört. Er schien mir ziemlich gewissenlos zu sein. Chase hat immer versucht, den starken Mann zu markieren und vor den anderen gut darzustehen. Irgendwann allerdings, kam er auf die Idee, sich nicht mehr alles sagen zu lassen, sondern die Dinge selber in die Hand zu nehmen. Er hat trainiert und wollte mit aufs Schlachtfeld, mit in den Kampf. Ich weiß nicht wirklich woran es lag, aber Chase war mir nicht unsympathisch, auch wenn er wahrscheinlich darauf aufgebaut war. Trotzdem mochte ich ihn irgendwie ein wenig. Er war einfach was origineller und vielleicht lag es auch daran, dass er nicht nur nach der vorgegebenen Pfeife getanzt hat.

Fazit:
Ein sehr gut durchdachter Roman, der mich wirklich lange beschäftigt hat. Denn darf man alle Menschen über einen Kamm scheren, nur weil sie potenziell gefährlich sein könnten? Mich hat dieses Buch sehr zum Nachdenken angeregt. Denn auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, und dem ein oder anderen wurde auch Unrecht getan. Mir gefielen vor allem die beiden Frauen Claire und Miriam, deren Geschichten mich emotional sehr mitgenommen haben. Leider war der Anfang für mich wirklich sehr schwierig und zäh. Jedoch kann ich jedem sagen: Weiterlesen lohnt sich!
Dieses tolle Buch erhält von mir 4,5/5 Schmetterlingen.
Mein Dank geht an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Donnerstag, 24. April 2014

Wie ein einziger Tag von Nicholas Sparks

Allgemeines:
Titel: Wie ein einziger Tag
Autor/-in: Nicholas Sparks
Form: Taschenbuch (204 Seiten)
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 1998
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3453408708

Klappentext:

"Und so beginne ich wieder, wie jeden Tag, laut aus meinem Tagebuch vorzulesen, damit sie es hören kann, in der Hoffnung, dass das Wunder, das mein Leben beherrscht, noch einmal wahr wird ..."

Sie waren siebzehn, und der Sommer schien so unendlich wie ihre Liebe: aber als Allie mit ihrer Familie den verträumten Urlaubsort verlässt, verschwindet sie auch aus Noahs Leben, vierzehn Jahre lang. Dann aber will Allie, die inzwischen verlobt ist und kurz vor der Hochzeit steht, noch einmal den Mann sehen, den sie nie vergessen konnte.

Das Wiedersehen mit Noah wird für Allie zu einer Begegnung mit sich selbst und jener unwiderstehlichen Energie, die nur wahre Liebe birgt. Und dann erfährt diese wundervoll einfühlsame Geschichte eine ungeahnte Wendung ....

Gestaltung:
Das Buch ist bereits etwas älter und das Cover ist nicht so das schönste meiner Meinung nach. Eher etwas mittelmäßiger. Denn auch die Farbe ist nicht so meins. Irgendwie gefällt mir das einfach nicht, ist mir zu grell. Allerdings gefällt mir die obere Hälfte recht gut, da sie wirklich gut zur Geschichte passt und so etwas Friedliches ausstrahlt.

Meinung:
"Wie ein einziger Tag" habe ich angefangen, weil auf meinem Losbuch "Ein Tag wie ein Leben" stand, dass es die Fortsetzung zu diesem Roman sei. Und da wollte ich nun einmal erst mal dieses Buch lesen. Und was soll ich sagen? Ich wusste, dass es zu dem Buch auch eine Verfilmung gibt, von der mir mehrere Leute gesagt haben, dass sie unglaublich traurig sei. Ich war gespannt, ob ich wohl auch am Ende weinen müsste. Der Einstieg war ein wenig merkwürdig, er fiel mir nicht schwer, aber es war ein wenig verwirrend und für mich zu Beginn etwas unklar. Das hat sich aber alles gelegt, sobald die "wahre Geschichte" angefangen hat. Denn diese war wirklich bezaubernd. Man lernt Noah und Allie kennen, beide getrennt von einander. Eigentlich erfährt man direkt die Geschichte, wie es vor vierzehn Jahren war und was passiert ist. Ich habe auf jeden Fall direkt sehr viel über Noah erfahren. Zum Beispiel wie die Beziehung zu seinem Vater war und so ähnliches. Auch Allie lernte man kennen und konnte sich gut vorstellen, wie unterschiedlich die Beiden aufgewachsen waren. Die Geschichte ist wirklich toll und unglaublich berührend. Mir hat es vor allem gefallen, dass sie sich relativ schnell wiedergesehen haben. Das dauert ja normalerweise etwas länger. Und auch hat mich irgendwie dieser Zauber gepackt. Normalerweise brauche ich immer eine Erklärung für die Gefühle von Menschen, aber hier war ich einfach zufrieden so wie es war. Denn das zwischen Noah und Allie hatte einfach so eine zauberhafte Note, so etwas Magisches. Die Beiden passten perfekt zueinander und es war wirklich schön die Liebe der Beiden erneut aufegehen zu sehen. Was mir auch sehr gut gefiel, waren die Gedichte, die in dem Buch eine große Rolle spielten. Sowieso wurde hier künstlerische Entfaltung größer geschrieben. Allie zum Beispiel malt und Noah schreibt halt Gedichte. Der Schreibstil von Nicholas Sparks war ein ganz kleines bisschen gewöhnungsbedürftig. Das Buch spielt halt zu einer früheren Zeit und so wurde es auch geschrieben. Authentisch war es auf jeden Fall. Die Geschichte um Allie und Noah ist auf eine ganz eigene Art und Weise etwas Besonderes. Es wirkt zu Beginn wie eine ganz typische Geschichte. Fast verheiratete Frau trifft Jugendliebe wieder und so weiter. Aber das war es nicht. Es war auf ganz eigene Art und Weise einfach total außergewöhnlich und bezaubernd. Die Geschichte wird von hinten erzählt praktisch. Es fängt alles damit an, dass Noah in einem Pflegeheim aus seinem Tagebuch vorliest. Er ist also schon etwas älter. Nach einem Drittel des Buches kommt man dann wieder zurück in die Gegenwart und muss leider feststellen, dass das Alter den Beiden etwas zugesetzt hat. Aber was genau geschah müsst ihr selber herausfinden. Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen und es hat mich auch sehr berührt.

Charaktere:

Noah: Er war ein sehr außergewöhnlicher Mann, ein Gentleman, den ich nicht richtig einordnen kann. Ein durch und durch guter Kerl, der Allie über alles liebt. Und für ihr Glück würde er wohl auch alles tun. Noah ist auf jeden Fall ein sehr fleißiger Typ und immer darauf bedacht, Allie nicht zu bedrängen. Aber er kümmert sich so herzlich um sie, da muss einem einfach das Herz aufgehen. Ich mochte Noah einfach total.

Allie: Sie war eine bodenständige Frau, die sich nicht darum gekümmert hat, aus welcher Gesellschaftsschicht Noah kam. Allie gefiel mir sehr gut. Sie hat zwar zu Beginn nicht wirklich rücksicht auf ihren Verlobten genommen, aber man kann es manchmal nicht allen recht machen. Aber immerhin hat sie ihn nicht angelogen (bis auf eine ganz kleine Notlüge). Sie war ehrlich zu ihm. Allie kam mir ein bisschen gelassener und losgelöster vor als Noah, er hat sich viel mehr Gedanken gemacht. Trotzdem mochte ich sie genauso, wenn nicht noch ein Stückchen mehr als Noah.

Zitate:

"Sei ruhig - sei, wie du bist mit mir -
Nicht ehe die Sonne dich verstößt, verstoße ich dich,
Nicht ehe die Wasser sich weigern, zu glänzen für dich
Und die Blätter rauschen für dich, weigern sich meine Worte, zu glänzen und zu rauschen für dich."
Noah  

Fazit:
Ein wirklich schönes und berührendes Buch, welches mich fast zum Weinen gebracht hat. Die Geschichte von Allie und Noah ist einfach toll. So bezaubernd und gefühlvoll. Mich hat dieses Buch wirklich begeistert, es war wirklich schön. Denn diese zauberhafte Verbindung zwischen den Beiden war einfach großartig.
Für dieses wunderbare Buch gibt es 5/5 Schmetterlingen.

Sonntag, 20. April 2014

Die Clique - Wenn die Gruppe Druck macht von Brigitte Blobel

Allgemeines:
Titel: Die Clique
Autor/-in: Brigitte Blobel
Form: Taschenbuch (200 Seiten)
Verlag: Arena Life
Erscheinungsjahr: 2010
Preis: 5,95 €
ISBN: 978-3-401-02748-7

Klappentext:

Lara ist raus aus der Clique. Ihrem Tagebuch vertraut sie an, wie alles begonnen hat - mit ihrer großen Liebe Carus, ihrer Freundin Sonja und der Clique. Wie schön es war, alles gemeinsam zu machen, einfach dazuzugehören. Wie es dann irgendwann anfing mit Bier und Rotwein ... und weiterging mit kleinen bunten Pillen.
Und wie schnell auf einmal klar war: Wer nicht mitmacht, ist draußen!

Gestaltung:
Die Bücher von Brigitte Blobel im Arena Verlag haben ja meistens ähnliche Cover. Dieses unterscheidet sich nicht stark von den anderen, aber ich finde es schon okay. Was soll man groß dazu schreiben, es ist halt schwierig für bestimmte Themen gute Cover zu finden. Mir gefällt an den Arena Covern vor allem, dass sie alle so ähnlich aussehen und im Regal gut zu einander passen.

Meinung:
Die Bücher von Brigitte Blobel gefallen mir ja eigentlich ziemlich gut und ich mag die Autorin sehr. Deswegen war ich sehr gespannt auf "Die Clique". Und ich wurde nicht entäuscht. Zu aller erst muss ich sagen, dass ich mäßig begeistert von dem Buch war zu Beginn. Ich hatte das Gefühl, vieles würde unnötig in die Länge gezogen. Zwar habe ich verstanden, worum es ging, aber trotzdem hatte ich Probleme damit, mich für das Buch zu begeistern. Denn irgendwie gefiel es mir am Anfang wirklich nicht, es hat mich sogar ein wenig genervt. Die Geschichte wird praktisch vom Ende her erzählt hatte ich so das Gefühl. Wie eine Art sehr sehr langer Tagebucheintrag. Nach rund 50 Seiten kam ich dann doch besser in die Geschichte rein und begann mich mit Lara anzufreunden. Und nach den anfänglichen Schwierigkeiten mochte ich sie total gerne. Lara war irgendwie eine Person, von der ich dachte, dass sie mir dann etwas ähnlich war. Im Sinne, ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, sie verstehen und habe diverse Paralellen zwischen uns entdeckt. Auf jeden Fall mochte ich Lara dann nach und nach immer mehr, was vor allem daran lag, dass ich ihre Entscheidungen sehr gut fand. Die Geschichte an sich hatte ich mir in etwa so vorgestellt, wie sie dann ja auch war. Wie der Untertitel schon sagt geht es hier um Gruppenzwang. Wobei ich dieses Cliquengehabe und so leider überhaupt nicht mochte. Mir war das zu blöd und ich hatte selber auch nie so eine Clique, lieber ein paar vereinzelte Freunde. Man hat natürlich von Anfang an gemerkt, dass es diese "Clique" für Lara nicht mehr gibt und ihre Freunde, alle ihre Freunde, nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Wobei mir Laras Freunde eigentlich alle unsympathisch waren. Bis auf einen: Benni. Den mochte ich eigentlich, zumindest zu Beginn. Aber dann hat er sich auch als typischer, ich sag jetzt mal "Mitläufer" herausgestellt und mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Ich weiß gar nicht, was ich noch großartig zu dem Buch sagen soll. Der Schreibstil von Frau Blobel war dieses mal irgendwie ein wenig anders als sonst hatte ich so das Gefühl. Er war irgendwie ... kindgerechter. Authentisch, denn Lara ist vierzehn und macht so gesehen ihre ersten Schreibversuche. Immerhin sind es Tagebucheinträge, da muss ich nicht schreiben wie in der Deutschklausur. Generell hatte ich zwar so meine Einstiegsschwierigkeiten, mochte das Buch allerdings danach umso mehr. Dies lag aber vor allem an der Protagonistin.

Charaktere:

Lara: Lara ist vierzehn und ein ziemlich verliebtes Mädchen. Zu Beginn des Buches wirkte sie mir ein bisschen zu philosophisch und ich hatte meine Startschwierigkeiten mit ihr. Sie machte auf mich einen ziemlich traurigen, fast ein wenig depressiven Eindruck. Aber nach und nach wurde es besser und ihre Stimmung hat sich auch verändert. Sie wurde zu einem wirklich netten Mädchen, das vor allem weiß, wie es in Notsituationen handeln muss (nicht wie ihre Freunde). Sie war verliebt in Carus und diese erste Liebe schien sie manchmal doch ziemlich glücklich zu machen. Was mir aber am besten an ihr gefiel, war eine ganz besondere Sache. Denn Lara lässt sich nicht herumschubsen, sie lässt nicht über sich bestimmen und kann auch "Nein" sagen. Und wenn alle ihre Freunde sie deswegen im Stich lassen, dann ist das so. Dann sind es keine wahren Freunde und Lara läuft ihnen nicht hinterher. Und das mochte ich an ihr am allermeisten. Diese Fähigkeit einfach zu sagen, wenn einem etwas nicht passt etc. mag ich einfach und die sollten viel mehr Menschen zeigen. Ich mochte Lara mit jeder Seite mehr und sie ist eine wirklich tolle Protagonistin für diesen kurzen Roman gewesen.

Carus: Ich weiß nicht genau woran es lag, aber Carus war mir von Anfang an unsympathisch. Denn er ist für mich dieses typische Macho-Arschloch gewesen, auch wenn er gar kein Macho wirklich war. Deswegen war ich ihm gegenüber auch sehr skeptisch. Ich dachte die ganze Zeit, dass er Lara nur benutzt. Und der Überzeugung bin ich auch jetzt noch, denn er ist und bleibt ein Idiot. Obwohl er zeitweise sogar ganz lieb und nett war, dachte ich mir, dass alles nur eine Show ist. Und so ungefähr war es dann auch. Ich mochte ihn nicht, keine Seite lang.

Zitate:

Zu viel ist schiefgelaufen und noch mehr wird schieflaufen, wenn wir so weitermachen auf dieser Welt.
Lara

Das Äußerliche ist doch nicht das, was man liebt. Man verliebt sich doch in das Wesen eines Menschen, in seine Stimme, oder in seine Art oder seine Gedanken über Gott und die Welt. Und nicht in so was blödes Äußeres wie neue Turnschuhe oder einen straffen kleinen Hintern.
Lara 

Ich meine, früher oder später werden wir alle mit einem Jungen schlafen und erfahren, wie das ist. Muss ich mich deshalb beeilen? Oder irgendwie in Panik geraten, weil ich noch nie einen nackten Jungen gesehen gab? Und mich noch nie ein Junge gesehen hat, wenn ich überhaupt nichts anhabe?
Lara

Fazit:
Ein gutes Jugendbuch, welches meiner Meinung nach auch eine gute und positive Message übermittelt. Nämlich dass du nie etwas tun solltest, was du nicht willst. Und vor allem solltest du nichts tun, nur um anderen zu gefallen. Dies hat das Buch meiner Meinung nach sehr gut zum Ausdruck gebracht und mich gut unterhalten. Mir gefiel es wirklich gut, vor allem Lara war eine tolle Person. Leider war der Anfang wirklich sehr schwierig für mich, so dass ich dem Buch nicht die volle Punktzahl geben kann.
Stattdessen bekommt es von mir gute 4/5 Schmetterlingen.
Tut mir voll leid, dass hier im Moment so richtige tote Hose ist, aber ich bin eigentlich die ganzen Ferien bisher mit Lernen beschäftigt gewesen und mache mir deswegen so einen Stress, dass ich ein richtig schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich mal was anderes mache. Deswegen habe ich auch nicht wirklich Zeit gehabt bisher, mich um den Blog zu kümmern. Tut mir leid.