Mittwoch, 20. Juli 2016

I'm perfectly incomplete

Ich bin ein Mensch, der voller Selbstzweifeln steckt. Und Minderwertigkeitskomplexen. Und Selbsthass. Aber ich möchte diese Dinge alle ablegen, ich möchte jemand sein, der sich selbst liebt und mit sich zufrieden ist. Ich will irgendwann sagen können: "Ich liebe mich selbst und zwar so wie ich bin. Und so wie ich bin, bin ich genau richtig." Bis dahin ist es noch ein langer Weg, ich weiß. Aber ich bin dran. Ich befinde mich gerade auf einer Reise zu mir selbst, auf der ich schon viel zu lange bin, aber ich habe endlich das Gefühl einen Schritt vorwärts gemacht zu haben. Auf dem richtigen Weg zu sein. Ich blicke positiv in die Zukunft, denn ich weiß, dass ich es schaffen kann. Und es ist bereits besser geworden, vor ein paar Jahren war ich noch viel schlimmer in diese Selbstzweifel etc. verstrickt. Aber ich bekomme das hin, ich kann das. Und eines Tages wird es mir gut gehen. Es wird besser werden, auch wenn es dauert.

Gerade sitze ich hier und bin wieder mal unzufrieden mit mir selbst und mit meinem Körper. Das ist eigentlich das größte Problem. Ich fühle mich nicht wohl in meinem Körper, aber bisher hat es noch nicht klick gemacht, so dass ich es endlich schaffe, etwas zu verändern. Aber egal wie oft ich noch hinfalle, egal wie lange es dauert, ich werde nicht aufgeben! Denn ich kann es schaffen. Ich muss nur an mich glauben. Denn ich will mich wohlfühlen, ich will mich selbst lieben und ich will mir nicht immer Sorgen machen müssen, dass ich andere Menschen mit meinen Unsicherheiten verschrecke. Ich will einfach ich selbst sein, ganz egal was andere davon denken. Denn das ist noch so eine Sache:

Ich mache mir unglaublich viele Gedanken darum, was andere Menschen von mir halten.

Früher war das richtig schlimm. Da habe ich mich nicht mal getraut Hosen zu tragen, die nicht mindestens bis zum Knöchel gingen. Ständig hatte ich Angst, dass andere mich aufgrund meines Gewichts meiden oder gar verspotten würden. Oder mich eklig finden. Das klingt alles sehr dramatisch, aber so war es damals. Als ich in der Pubertät steckte haben mir meine Mitschüler gerne mal klargemacht, dass ich erstmal abnehmen sollte, bevor ich mich auf die Straße traue. Dabei hab ich nur 20 Kilo zuviel, keine 100. Aber für mich war das ein schwieriges Alter (für wen war die Pubertät bitte nicht schwierig?) und mich hat das sehr geprägt, wie die Leute damals mit mir umgegangen sind. Es ist besser geworden nach meinem Abschluss. In meiner Abiklasse gab es solche Dinge nicht, da fing ich langsam an, etwas aus mir herauszukommen. So einen richtigen Sprung habe ich erst gemacht, als ich mit der Ausbildung anfing. Denn ich bin Azubi-Buchhändlerin und Kundenkontakt, also Kontakt mit wildfremden Menschen, ist das A und O. Meine Arbeit und vor allem meine Kollegen haben mir sehr dabei geholfen, diese Angst abzubauen. Denn ganz ehrlich, die wenigsten dort achten überhaupt auf mein Namensschild. Und mittlerweile bin ich soweit, dass ich weiß, dass ich diese Worte nicht ernst nehmen sollte. Auch die Gedanken der anderen sollten mir egal sein. 

Denn wer meine Geschichte nicht kennt, der hat gar nicht erst über mich zu urteilen.

Ich bin noch im Dickes-Fell-Aufbau-Prozess, aber ich werde immer besser darin und ich will meinen Weg hier dokumentieren. Ich will eines Tages hier drauf schauen und merken, wie viel ich eigentlich erreicht habe. Wie sehr ich mich verändert habe. Und ich schaffe es wirklich immer ein bisschen mehr. Früher habe ich mich in meinen Klamotten versucht zu verstecken. Bitte alles möglichst unaufällig. Mittlerweile trage ich schöne Kleidchen, Nerd-T-Shirts und kurze Hosen. Und es ist noch niemand schreiend vor mir weggelaufen. Warum das ganze Drama? Weil ich mir selbst wieder viel zu viele Gedanken mache. Weil ich so viel Angst davor hatte/habe, was andere von mir denken. Aber ich bin ich und das das etwas Gutes ist, muss ich noch lernen, aber ich schaffe das. Weil ich es kann und an mich glaube! 

Kommentare:

  1. Du bist auf einem guten Weg!
    Gestern war.
    Morgen wird sein.
    Aber heute ist.

    Alles ist gut, so lange Du es willst.
    Ich grüße Dich,
    wildgooseman~

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